Leben mit ADHS: Wie medizinisches Cannabis Laura neue Wege eröffnet

Erstellt am:21.06.2025- Zuletzt aktualisiert:23.07.2025

ADHS im Erwachsenenalter bleibt für viele Menschen lange unerkannt. Die Symptome – innere Unruhe, Konzentrationsprobleme, emotionale Schwankungen und Schlafstörungen – werden häufig fehlinterpretiert oder als Persönlichkeitsmerkmale abgetan. Für Laura, 25 Jahre alt und Mutter einer dreijährigen Tochter, war der Weg zur Diagnose und einer passenden Therapie mit vielen Herausforderungen verbunden. Neben ADHS wurden bei ihr auch eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), depressive Episoden, Angst- und Schlafstörungen diagnostiziert. Erst die Kombination aus ärztlicher Begleitung, dem Mut zu neuen Therapieansätzen und die Offenheit für Medizinalcannabis ermöglichte ihr eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität.

Junge Frau mit langen Haaren sitzt entspannt am Küchentisch, blickt freundlich in die Kamera, Cannabisöl und Notizbuch liegen vor ihr.

  • ADHS im Erwachsenenalter bleibt oft unerkannt und wird häufig fehlinterpretiert
  • Medizinalcannabis kann Symptome wie Unruhe, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen lindern
  • Individuelle ärztliche Begleitung und psychologische Unterstützung sind entscheidend
  • Stigmatisierung und Vorurteile im Umfeld sind Herausforderungen
  • Therapieerfolg durch ganzheitlichen Ansatz und Offenheit für neue Wege

Also, ich bin Laura. Ich bin 25 Jahre alt, Mutter einer 3-jährigen Tochter. Ich bin Cannabispatientin. Seit Januar dieses Jahres, also Anfang diesen Jahres. Aus verschiedenen Gründen. Unter anderem ADHS, PTBS wegen depressiven Episoden und auch Angst und Schlafstörungen. Ich habe meine ADHS Diagnose und alle weiteren Diagnosen, die ich gerade genannt habe, auch Anfang des Jahres bekommen. Mit Empfehlungen ein anderes Medikament zu testen und zwar Medikinet.

Das habe ich auch gemacht. Ich wurde vor und während der Einstellung ärztlich betreut und hatte nie Probleme mit dem Herzen oder so und ich hatte dann Vorhofflimmern bekommen während der Einnahme von Medikamenten und habe das dann auch ganz schnell beendet, weil ich mich damit nicht wohlgefühlt habe und dann bin ich über mein Cannabisberater zu dem Arzt gekommen und habe mich beraten lassen.

Erst mal von Herrn Jator, habe meine Lage geschildert und gesagt So sieht es aus. Ich hatte Probleme mit Medikinet. Ich bin dem sehr skeptisch gegenüber. Was würden Sie empfehlen? Und er hat mir Cannabis empfohlen, was ich auch erst mal nicht gedacht habe, was ich es erwähnen wollte. Unter anderem wird Cannabis auch. Genutzt, um meine chronischen Kopfschmerzen zu behandeln.

Ich bin kein Mediziner, aber ich weiß auch nicht, ob das vom ADHS kommt oder so, aber ich habe täglich mit Kopfschmerzen zu kämpfen gehabt und durch das Medikinet wurde das zum Beispiel nicht besser. Und so kam ich dann dazu. Wir saßen hier, haben alles durchgesprochen und dann kam die Empfehlung, wir könnten es ja mal mit Cannabis versuchen. Vorurteile hatte ich nicht.

Mir war bewusst das es Cannabis als Medizin nicht es Präparate als medizinische Präparate gibt, aber mir war nicht bewusst, dass ich es. Dass ich jetzt ein Cannabis Patient sein kann. Das war mir nicht bewusst und da hat er mich sehr gut aufgeklärt. Ich denke die Gesellschaft ist auch Zwiegespräch Spalten. Vorurteile gibt es natürlich auch in meinem Bekanntenkreis. Leider.

Man muss ja differenzieren zwischen ist das Medikament nutze ich das Medikament? So als Medikament oder missbrauche ich. Ich kann jedes Medikament missbrauchen, also kann ich eigentlich gegen jedes Medikament Vorurteile haben. Aber selbst die Erfahrung machen hilft definitiv dabei. Ansonsten im Moment überlegen. Also an Bekannten Kreis habe ich es beispielsweise nicht eben gesagt, weil ich weiß, dass da definitiv Leute Vorurteile gegen haben und direkt vielleicht auch abstempeln würden.

Mich abstempeln im Sinne von ja, das ist auch die Droge, da brauchen es überhaupt ein Medikament, aber die Leute haben sich meistens eher nicht damit befasst und auch mit dem Krankheitsbild wahrscheinlich nichts zu tun. Dass er das beurteilen kann. Also ist da einfach zu differenzieren. Nutze ich das Medikament medizinisch und so, wie es vorgeschrieben ist oder was brauche ich das?

Und das kann ich bei jedem Medikament machen. Ich ziehe mich eher zurück, ich bekomme Blüten und Öltropfen, also Extrakte. Ähm, beruflich bedingt nehme ich Tag, wenn ich es brauche, das Öl, weil ich nicht eben mal rausgehen kann. Und im Beruf ist das auch nicht. Ich arbeite in einem sehr konservativen Beruf und da ist es ein bisschen schwieriger, währenddessen rauszugehen und das mit allen zu kommunizieren.

Also beruflich.

Würde ich es, gäbe es da bestimmt auch Vorurteilen. Also da ziehe ich mich eher zurück und ich dosiere ziemlich im niedrigen Bereich, also Microdosing. Ich habe gemerkt, dass mir das am besten hilft, also bei der Sortenfindung. Im Laufe des Jahres habe ich mir auch den Herrn Bornemann an meiner Seite gehabt und auch immer mal wieder gefragt hier, ich brauche da mal eine andere Sorte.

Irgendwie war die nicht so gut und dann haben wir halt über die verschiedensten, auch typischen Profile gesprochen. Was hilft denn überhaupt bei den Erkrankungen? Und da kamen wir dann auf.

Die verschiedensten Medikamente, die da da tappen, die mir auf jeden Fall helfen. Zum Beispiel Dämonen. Man kann sehr gut dosieren, vor allem mit dem Vaporizer kann man sehr gut dosieren und ich rauche. Also Rauch ist es ja gar nicht. Vaporist und so, ich fange bei 140 Grad an und beende auch immer bei 160 Grad. Ich gehe nie höher und benutze auch relativ wenig, also nicht viel.

Beispielsweise bei den Kopfschmerzen. Wenn ich vapor, merke ich, dass meine Kopfschmerzen nicht mehr da sind. Also da habe ich im Gegensatz zu IBU oder nur in so hohen direkt eine Veränderung am beeinträchtigen tut es mich nicht. Ich bin ziemlich dosiert ziemlich weit unten und merke, dass ich beispielsweise dann auch wenn ich eine depressive Episode habe und vielleicht ein bisschen lustlos und einfach nicht hoch komme, dass ich dann merke Oh, so, ich habe jetzt noch Papierkram zu erledigen, das mache ich jetzt und mich ist Haushalt, das muss auch noch gemacht werden.

Ich werde auch aktiv dabei und das nützt mir ziemlich gut. Auch bei der Arbeit beispielsweise. Wenn dann mal was Privates dazwischenkommt, dann haut mich das gerne mal raus. Aber mit Cannabis kann ich dabei bleiben. Also am Ball bleiben und die Wirkung merke ich sehr doll. Was ich auch stark merke, ist meine Schlafprobleme, von denen ich gesprochen habe. Ich habe früher ganz starke Schlafprobleme gehabt, also auch durch Schlafschwierigkeiten.

Ich bin immer wieder in der Nacht aufgewacht, war gestresst, aufgeschreckt und das habe ich jetzt gar nicht mehr. Und da kannte ich jetzt kein Medikament, dass mir so geholfen hat. Und was die Kopfschmerzen angeht. Bevor ich medizinisches Cannabis genommen habe, habe ich sehr bedacht im Bus genommen, weil ich mir nicht unbedingt immer ibus reinschmeißen wollte. Das definitiv ja.

Ja, weil weil das Medikament wirkt und brauche ich nicht nehmen oder nur weil jenes wirkt nicht. Also ich habe Kopfschmerzen und das bringt mir nichts und. Da hat mir. Dabei hilft mir auf jeden Fall das Cannabis am besten. Bisher ja und? Lebensqualität hat es mir auf jeden Fall wieder gegeben. Es fängt bei der Antriebslosigkeit an und. Hört bei bei den Kopfschmerzen auf.

Ich weiß ja definitiv. Ich habe eine Bescheinigung, die muss immer alle drei Monate aktualisiert werden. Also man muss schauen, Bin ich fahrtüchtig oder nicht?

Und damit und das habe ich in meinem Portemonnaie und habe es dabei. Ich wurde aber bisher noch nicht von der Polizei angehalten und befragt oder so, da hatte ich nie Probleme mit bisher. Also ich bin im engen Austausch mit Herrn Haider, Jathoff und Herr Born vor allem immer wieder, wenn es um Sortenfindung geht. Wenn ich was Neues, vielleicht was anderes probieren möchte, was mir vielleicht besser hilft.

Ich habe jetzt im Januar habe ich einen Termin, also die große Verlaufskontrolle nennt sich das, glaube ich. Und ich war auch zwischendurch immer mal wieder da, um was zu fragen. Also da bin ich schon echt im engen Austausch. Und wenn was ist, ruf ich an! Ich finde es wichtig, dass medizinisches Cannabis, also dass die Einnahme von medizinischem Cannabis betreut wird.

Das finde ich wichtig. Aber immer jemanden an der Hand hat und die man fragen kann, ähm, wenn es da irgendwelche Probleme gibt oder weiteres. Ich finde es sehr sehr wichtig, sogar.

Als ich salopp zu informieren. Es gibt dafür verschiedene zertifizierte Berater und ich finde das wichtig, dass medizinisches Cannabis auch irgendwo betreut wird. Und was die Legalisierung angeht.

Sehe ich da auch nur positive Dinge? Also gerade der Jugendschutz oder? Der Schwarzmarkt, Das sind so ein paar Sachen, die könnte man doch damit ein bisschen unter Kontrolle bringen, weil auch wenn es auch wenn Cannabis nicht legal wäre, würden die Leute es trotzdem nehmen Und wenn sie es aus medizinischen Aspekten nehmen, finde ich es wichtig, darüber aufzuklären und auch gerade im jungen Bereich da vielleicht auch ein bisschen Jugendschutz mit reinzubringen.

Der lange Weg zur Diagnose: Wenn Alltag zum Kraftakt wird

Schon in ihrer Kindheit und Jugend zeigte Laura viele Symptome, die heute eindeutig dem ADHS-Spektrum zugeordnet werden. Konzentrationsprobleme, schnelle Überforderung, impulsives Verhalten und emotionale Instabilität waren ständige Begleiter. Doch weder Familie noch Lehrkräfte erkannten das zugrunde liegende Krankheitsbild. Erst als junge Erwachsene, zusätzlich belastet durch das Muttersein, depressive Episoden und eine posttraumatische Belastungsstörung, wurde der Leidensdruck so groß, dass sie gezielt Hilfe suchte.

Die Diagnosen ADHS, PTBS, Depressionen, Angst- und Schlafstörungen wurden Anfang des Jahres gestellt. Für Laura war dies ein Wendepunkt: Endlich gab es eine Erklärung für die jahrelangen Schwierigkeiten im Alltag. Gleichzeitig begann die Suche nach einer Therapie, die ihren individuellen Bedürfnissen gerecht wird.

Erste Therapieversuche: Medikinet und seine Nebenwirkungen

Nach der Diagnose ADHS wurde Laura zunächst auf Medikinet eingestellt, ein häufig verschriebenes Stimulans bei ADHS. Die Therapie erfolgte unter ärztlicher Kontrolle. Trotz anfänglicher Hoffnung traten unerwartet starke Nebenwirkungen auf: Während der Einnahme entwickelte Laura Vorhofflimmern, obwohl sie zuvor nie Herzprobleme gehabt hatte. Das Risiko erschien ihr zu hoch, weshalb sie die Behandlung mit Medikinet schnell abbrach.

Diese Erfahrung hinterließ Unsicherheit und Skepsis gegenüber weiteren klassischen Medikamenten. Laura suchte nach Alternativen, die ihre Symptome lindern, aber nicht neue gesundheitliche Risiken mit sich bringen.

Der Schritt zur Cannabistherapie: Beratung, Aufklärung und erste Erfahrungen

Über einen Cannabisberater kam Laura mit einem Arzt in Kontakt, der auf die Behandlung mit Medizinalcannabis spezialisiert ist. Im ausführlichen Erstgespräch schilderte sie ihre Situation: die erfolglose Medikinet-Therapie, die chronischen Kopfschmerzen, die psychischen Belastungen und die Unsicherheit gegenüber weiteren klassischen Medikamenten.

Der Arzt empfahl eine Therapie mit Medizinalcannabis. Für Laura war dies zunächst überraschend – sie wusste zwar, dass Cannabis als Medizin eingesetzt werden kann, hatte aber nicht erwartet, selbst Patientin zu werden. Die Aufklärung war umfassend: Es wurde über verschiedene Darreichungsformen (Blüten, Extrakte), Dosierung und Anwendung im Alltag gesprochen. Laura entschied sich, die Therapie zu beginnen, und erhielt Blüten und Öltropfen, um flexibel auf die Anforderungen ihres Alltags reagieren zu können.

Umgang mit Vorurteilen: Zwischen Stigmatisierung und Aufklärung

Laura begegnete dem Thema Medizinalcannabis ohne eigene Vorurteile. Sie war sich bewusst, dass medizinischer Einsatz und Missbrauch klar zu unterscheiden sind. Dennoch spürte sie im sozialen Umfeld eine deutliche Skepsis. Viele Menschen assoziieren Cannabis vorrangig mit Drogenkonsum und nicht mit einer verantwortungsvollen, ärztlich begleiteten Therapie.

Im Bekanntenkreis sprach sie zunächst nicht offen über ihre neue Behandlung, um nicht abgestempelt zu werden. Sie sieht es als wichtig an, differenziert zu betrachten, wie ein Medikament eingesetzt wird. Jedes Arzneimittel kann missbraucht werden – entscheidend ist der verantwortungsvolle Gebrauch nach ärztlicher Vorgabe.

Die Cannabistherapie im Alltag: Anwendung, Wirkung und neue Routinen

Nach dem Start der Cannabistherapie wurde Laura mit Blüten und Öltropfen (Extrakt) versorgt. Besonders im Berufsalltag – sie arbeitet in einem konservativen Umfeld – nutzt sie das Öl, da es diskreter anzuwenden ist. Das Vaporisieren von Blüten ist während der Arbeit kaum möglich, weshalb die flexible Anwendung für sie entscheidend ist.

Die Umstellung war zunächst ungewohnt, doch schon bald bemerkte Laura deutliche Verbesserungen: Die innere Unruhe ließ nach, die Konzentrationsfähigkeit stieg, und die Kopfschmerzen wurden seltener und weniger intensiv. Auch die Schlafqualität verbesserte sich, was sich positiv auf Stimmung und Leistungsfähigkeit auswirkte. Die Nebenwirkungen der Cannabistherapie empfand Laura als deutlich milder als die der klassischen Medikamente.

Ein besonders wichtiger Effekt war die Verbesserung des Schlafs. Schlafstörungen hatten die ADHS-Symptome und die allgemeine Lebensqualität massiv beeinträchtigt. Mit Medizinalcannabis fand Laura endlich die nötige Ruhe, um nachts durchzuschlafen und morgens erholter aufzuwachen.

Herausforderungen: Beruf, Familie und gesellschaftliche Akzeptanz

Die Therapie mit Medizinalcannabis bringt auch neue Herausforderungen mit sich. Im konservativen Berufsumfeld spricht Laura nicht offen über ihre Medikation, um Vorurteilen und Missverständnissen vorzubeugen. Auch im Familien- und Freundeskreis gibt es unterschiedliche Reaktionen – von Verständnis bis Skepsis. Für Laura steht im Vordergrund, dass sie wieder besser für ihre Tochter da sein kann und ihren Alltag bewältigt.

Laura betont, dass es wichtig ist, sich nicht zu rechtfertigen, sondern sachlich über die Vorteile und die medizinische Notwendigkeit der Therapie zu informieren. Sie hat gelernt, sich von Vorurteilen nicht verunsichern zu lassen und auf die eigene Gesundheit zu achten.

Die Bedeutung ärztlicher Begleitung und psychologischer Unterstützung

Ein entscheidender Faktor für den Therapieerfolg war für Laura die enge ärztliche Begleitung. Sie fühlte sich ernst genommen, konnte Fragen und Bedenken offen ansprechen und die Therapie gemeinsam mit ihrem Arzt anpassen. Regelmäßige Rückmeldungen und die Möglichkeit, die Behandlung individuell zu gestalten, gaben ihr Sicherheit.

Zusätzlich zur Cannabistherapie nahm Laura psychologische Beratung in Anspruch. Diese unterstützte sie dabei, mit den Herausforderungen des Alltags besser umzugehen und weitere Strategien zur Selbstorganisation und Entspannung zu entwickeln. Medizinalcannabis war dabei ein wichtiger Baustein, aber kein Allheilmittel.

Der behandelnde Arzt betonte im Gespräch, wie wichtig es sei, Patient:innen nicht nur mit einem Rezept zu versorgen, sondern sie auch langfristig zu begleiten. Gerade bei komplexen Krankheitsbildern wie ADHS mit komorbiden Störungen sei ein ganzheitlicher Ansatz unerlässlich. Neben der medikamentösen Behandlung können auch psychotherapeutische Maßnahmen, Entspannungstechniken und strukturierte Tagesabläufe eine wichtige Rolle spielen.

Cannabistherapie als Teil eines ganzheitlichen Ansatzes

Lauras Erfahrungen zeigen, dass Medizinalcannabis für viele Patient:innen mit ADHS eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Therapie sein kann – insbesondere, wenn andere Medikamente nicht vertragen werden oder zu starke Nebenwirkungen verursachen. Cannabis lindert Symptome wie innere Unruhe, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen, kann aber auch helfen, psychische Begleiterkrankungen wie Depressionen oder Angstzustände besser zu bewältigen.

Wichtig ist, dass die Therapie individuell angepasst und von erfahrenen Ärzt:innen begleitet wird. Ein ganzheitlicher Ansatz, der auch psychologische Beratung und den Aufbau gesunder Alltagsstrukturen umfasst, ist für einen nachhaltigen Therapieerfolg unerlässlich.

Gesellschaftlicher Wandel: Auf dem Weg zu mehr Akzeptanz

Lauras Geschichte steht exemplarisch für viele Menschen, die von Medizinalcannabis profitieren, aber mit Vorurteilen und Stigmatisierung konfrontiert sind. Sie wünscht sich mehr Offenheit und Akzeptanz für diese Therapieform sowie eine differenzierte Betrachtung in der Öffentlichkeit.

Die Forschung zu Medizinalcannabis bei ADHS und anderen psychischen Erkrankungen steckt noch in den Anfängen, zeigt aber vielversprechende Ergebnisse. Studien deuten darauf hin, dass Cannabis die Lebensqualität vieler Patient:innen verbessern kann, wenn die Behandlung verantwortungsvoll und individuell gestaltet wird.

Erfahrungsberichte und Vielfalt der Indikationen

Nicht nur bei ADHS, sondern auch bei anderen Erkrankungen wie chronischen Schmerzen, Schlafstörungen oder Depressionen berichten Patient:innen von positiven Erfahrungen mit Medizinalcannabis. Die individuellen Bedürfnisse und Lebensumstände sind dabei sehr unterschiedlich, weshalb die Therapie immer auf die jeweilige Person zugeschnitten werden sollte.

Weitere Erfahrungsberichte zu anderen Indikationen, etwa zu Depressionen, finden sich beispielsweise auf cannabis-depression.de. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen kann helfen, Unsicherheiten abzubauen und neue Perspektiven zu gewinnen.

Fazit: Ein individueller Weg zu mehr Lebensqualität

Lauras Weg mit ADHS und Medizinalcannabis war von Rückschlägen, Zweifeln und gesellschaftlichen Vorurteilen geprägt, aber auch von neuen Perspektiven und wachsender Lebensqualität. Sie hat gelernt, für ihre Gesundheit einzustehen, sich nicht entmutigen zu lassen und offen für neue Therapien zu bleiben.

Ihr Wunsch ist es, dass mehr Menschen die Möglichkeit erhalten, Medizinalcannabis als Therapieoption zu nutzen – wenn klassische Medikamente versagen oder nicht vertragen werden. Entscheidend ist der verantwortungsvolle Umgang, die enge ärztliche Begleitung und ein ganzheitlicher Blick auf die individuellen Bedürfnisse.

Schritt für Schritt zur Cannabistherapie

Wir helfen Ihnen dabei, die Therapie mit Medizinalcannabis so einfach wie möglich zu starten. So kommen Sie zu Ihrem individuellen Therapieplan.

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Wir haben Ihnen einige qualifizierte Telemedizinplattformen ausgesucht, damit Sie die medizinische Cannabistherapie starten können. Sie können auch zu einem Humanmediziner:innen einer Humanmedizinerin gehen, um sich beraten zu lassen. Mit dem Button gelangen Sie zur Ärzt:innensuche in Deutschland.

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Häufig gestellte Fragen

In Foren und Selbsthilfegruppen teilen viele ihre Erfahrungen. Die Berichte sind sehr unterschiedlich – manche profitieren deutlich, andere weniger. Besonders bei Unruhe und Schlafproblemen zeigen sich oft positive Effekte. Jeder Mensch reagiert anders. Lesen Sie hier Beiträge von ADHS PatientInnen, die von ihren Erfahrungen berichten.

Es gibt verschiedene Darreichungsformen von Medizinalcannabis, wie die Inhalation oder die orale Aufnahme über Öle oder Kapseln. Ihr Arzt/ihre Ärztin erstellt einen individuellen Therapieplan für Sie. Auch die Dosierung wird im Therapieverlauf auf sie eingestellt. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt/ihrer Ärztin, welche Form am besten für Sie geeignet ist.

Patient:innen mit ADHS berichten von weniger Nebenwirkungen als mit konventionellen ADHS-Medikamenten. Einige berichten von einer positiven Wirkung auf Symptome wie Hyperaktivität und Impulsivität unter Medizinalcannabis.7

7 Stueber A, Cuttler C. Self-Reported Effects of Cannabis on ADHD Symptoms, ADHD Medication Side Effects, and ADHD-Related Executive Dysfunction. J Atten Disord. 2022 Apr;26(6):942-955. doi: 10.1177/10870547211050949. Epub 2021 Oct 11. PMID: 34632827.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind u. a. anfängliche Müdigkeit, Schwindel oder trockener Mund.6 Die meisten Nebenwirkungen treten zu Beginn der Therapie auf und lassen mit der Zeit nach. Durch eine ärztliche Begleitung und individuelle Dosierung können die Nebenwirkungen minimiert werden. Bei Unsicherheiten sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin.

6 Bar-Lev Schleider L, Mechoulam R, Sikorin I, Naftali T, Novack V. Adherence, Safety, and Effectiveness of Medical Cannabis and Epidemiological Characteristics of the Patient Population: A Prospective Study. Front Med (Lausanne). 2022 Feb 9;9:827849. doi: 10.3389/fmed.2022.827849.

Die Kosten können mehrere hundert Euro monatlich betragen. Krankenkassen übernehmen Kosten, wenn ADHS als schwerwiegend gilt und andere Therapien versagt haben. Bei ADHS ist es schwierig, aber nicht unmöglich – bei Ablehnung können Sie Widerspruch einlegen.